unglaubwürdige Gunfights in Italowestern

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unglaubwürdige Gunfights in Italowestern

Beitragvon ironfox1 » Samstag 28. Februar 2004, 13:27

Hallo zusammen,

habe mich erst seit kurzem wieder mit dem Genre etwas mehr befasst. In bezug auf Atmosphäre (Stichwort: schweigsamer Fremder kommt in eine Stadt und sorgt für Trubel) gibt es ja solche Filme heutzutage überhaupt nicht mehr. Eines stört mich bei den Italowestern am meisten, und zwar die Action. Ich kann mich einfach nicht damit anfreunden, wenn z.b. arme Bauersleute (meisten in Weiß) oder Bad Guys erschossen werden und in Großaufnahme gezeigt werden, ich aber weder Einschusslöcher bzw. Blut sehen kann. Nicht falsch verstehen, mir geht es nicht um Blutgehalt eines Filmes, aber die Glaubwürdigkeit geht dabei bei mir verloren ( wäre genauso wenn Copperfield ohne Vorhänge arbeiten würde). Gab es damals denn sowas wie Einschusslöcher, Blutpacks nicht oder lag es am Budget? Und wenn manche sich erst dreimal im Kreis drehen und einen Hechtsprung nach vorne machen, bevor sie sich hinschmeißen (o.k. ist etwas übertrieben) erinnert mich das an meine Jugend wo wir Cowboy und Indianer mit Platzpatronencolts gespielt haben.
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Beitragvon General Ramirez » Samstag 28. Februar 2004, 15:03

Hm, eine Mischung aus allem, würde ich sagen. Geld war meistens keins da. Wie weit die Entwicklung solcher Blutpacks Mitte der 60er Jahre war, kann ich auch nicht so genau sagen. Der wichtigste Grund scheint mir aber die (nicht vorhandene) Akzeptanz von Gewaltdarstellung in der damaligen Zeit zu sein.

Deutlich wird das, wenn man sich folgendes vor Augen führt: 1964 brach Leone ein Tabu und löste schon mit der Eingangssequenz zu FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR einen Sturm der Entrüstung aus. Bis dahin war es quasi verboten (sei es auch nur durch ein ungeschriebenes Gesetz), Waffe und Ziel in einer Einstellung zu zeigen. Wenn Eastwood am Anfang die Baxter-Leute erschießt - gefilmt mit Colt im Vordergrund und Opfer im Hintergrund - war das schon eine Revolution. Wenn es da noch gespritzt hätte, wäre der Film vielleicht nie in die Kinos gekommen...

Ich gebe dir allerdings insofern Recht, dass mich das blütenweiße Unterhemd von Karl Hirenbach in FÜR EIN PAAR DOLLAR MEHR auch schon immer ein bisschen gestört hat (er wird in der Rückblende von Volonte erschossen).
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